Typenschild einer Infrarotdecke: welche Zahlen draufstehen und was sie bedeuten

An jeder Infrarotdecke sitzt ein Etikett mit einer Handvoll Zahlen: eine Wattzahl, ein Temperaturbereich, eine Zeiteinstellung und eine Größe. Dieses Etikett ist die einzige Information über das Gerät, die nicht von einem Verkäufer geschrieben wurde. Sie stammt aus der technischen Dokumentation des Herstellers, und weicht ein Text in einem Onlineshop davon ab, hat das Etikett das letzte Wort.
Unten steht für jedes Feld, was es bedeutet, welche Werte zu den drei Luxyor Decken gehören und wie du eine Angabe, die dir irgendwo online begegnet, selbst nachprüfst. Rechenbeispiele sind als Rechenbeispiel gekennzeichnet, mit den verwendeten Annahmen ausdrücklich daneben. Werte, die nicht aus der technischen Dokumentation stammen, stehen nicht drin.
Welche Felder auf dem Etikett stehen
Eine Infrarotdecke hat nur wenige Zahlen, die wirklich zählen. Der Rest ist Materialwahl und Verarbeitung, und das steht meist nicht drauf.
| Feld | Beispielwert | Was es bedeutet |
|---|---|---|
| Nennleistung | 500 W | Die Leistung, für die das Heizelement ausgelegt ist |
| Spitzenleistung | 600 W | Die kurzzeitige Obergrenze, vor allem beim Einschalten und Aufheizen |
| Netzspannung | 220 bis 240 V | Der Spannungsbereich, in dem das Gerät arbeitet, normale Steckdose |
| Temperaturbereich | 30 bis 80 °C | Untergrenze und Obergrenze des Einstellbereichs, nicht die empfohlene Stufe |
| Zeiteinstellung | 0 bis 60 Minuten | Der Timer, mit automatischer Abschaltung am Ende |
| Maße | 180 mal 80 cm | Aufgeklappte Fläche, bestimmt, bis wohin die Wärme dich umschließt |
| Modellbezeichnung | Slimline 100 | Das Feld, mit dem du die anderen Werte prüfen kannst |
Was nicht draufsteht, ist genauso wichtig. Ein Etikett sagt nichts über die Wellenlänge, die das Element abgibt, nichts über die Verteilung der Wärme im Inneren der Decke und nichts darüber, was eine Session bewirkt. Für die Wärmeverteilung ist Messen der einzige Weg, und das ist in Wärmeverteilung einer Infrarotdecke ausgeführt.

Warum manchmal zwei Wattzahlen dastehen
Bei der Slimline 100 stehen in der Dokumentation zwei Werte: 500 Watt nominal und eine Spitze von 600 Watt. Das ist kein Widerspruch. Die Nennleistung ist der Wert, für den das Element im Dauerbetrieb ausgelegt ist. Die Spitzenleistung ist die kurzzeitige Obergrenze, vor allem in den ersten Minuten nach dem Einschalten, wenn die Decke noch kalt ist und die Regelung voll aufmacht.
Für deinen Stromkreis zählt die Spitze. Für deinen Verbrauch über eine Session ist die Nennleistung die brauchbare Grundlage, und selbst die überschätzt die Wirklichkeit, weil die Regelung nach dem Aufheizen abwechselnd ein und aus schaltet. Was eine Wattzahl aussagt und was nicht, liest du in die Leistung einer Saunadecke.
Begegnet dir irgendwo der Wert 550 Watt bei einer Luxyor Decke, stimmt er nicht. Diese Zahl steht in keinem Dokument und gehört zu keinem Modell. Die drei Werte, die es gibt: Slimline 100 mit 500 W nominal und einer Spitze von 600 W, Comfort 150 mit 500 W und Deluxe 310 mit 560 W.
Die praktische Folge so eines Spitzenwerts: Schließ die Decke direkt an eine Wandsteckdose an. Ein dünnes Verlängerungskabel oder eine Steckdosenleiste, an der schon ein Wasserkocher und ein Heizstrahler hängen, ist bei einem Gerät, das kurz 600 Watt braucht, keine gute Idee. Welcher Stromkreis und welches Kabel geeignet sind, steht in Infrarot anschließen: Stromkreis, Verlängerungskabel und Steckdosenleiste.
Den Bereich von 30 bis 80 °C lesen
Auf allen drei Luxyor Decken steht derselbe Bereich: 30 bis 80 °C. Das ist der Einstellbereich der Regelung, keine Empfehlung. Die Obergrenze von 80 °C ist eine technische Grenze des Elements. Fast alle Sessions finden zwischen 50 und 70 °C statt.
| Eingestellter Wert | Wie es sich anfühlt | Passende Sessiondauer | Wozu es passt |
|---|---|---|---|
| 30 bis 40 °C | Kaum wärmer als Körpertemperatur | 10 bis 20 Minuten | Sich an die Decke gewöhnen, ein erstes kurzes Kennenlernen |
| 40 bis 50 °C | Deutlich warm, meist noch kein Schwitzen | 20 bis 30 Minuten | Eine ruhige Session oder ein schon warmer Raum |
| 50 bis 60 °C | Unterer Teil des üblichen Bereichs | 20 bis 40 Minuten | Die meisten ersten vollwertigen Sessions |
| 60 bis 70 °C | Oberer Teil des üblichen Bereichs | 20 bis 30 Minuten | Wer die Decke schon ein paar Wochen nutzt |
| 70 bis 80 °C | Die technische Obergrenze des Elements | Kurz und mit Aufmerksamkeit | Selten nötig, sicher nicht als Startpunkt |
Die zweite und dritte Spalte sind Richtwerte, keine auf der Haut gemessenen Werte. Die Temperatur im Inneren der Decke ist nicht überall gleich: Nah an den Heizzonen ist es wärmer als an den Öffnungen oben. Die Zahl auf dem Display ist außerdem der Wert, auf den die Regelung steuert, nicht das, was deine Haut spürt. Wie du das selbst nachmisst, steht in Temperatur einer Infrarotdecke messen.
Ein Bereich auf einem Etikett ist eine Grenze des Geräts, kein Rat, wie du es nutzt. Beides wird in Produkttexten ständig verwechselt.
Timer und Aufheizzeit, zwei verschiedene Dinge
Auf dem Etikett steht die Zeiteinstellung: bei der Slimline 100 und der Comfort 150 von 0 bis 60 Minuten, bei der Deluxe 310 von 1 bis 60 Minuten. Was nicht draufsteht, ist die Aufheizzeit, und die liegt bei allen dreien bei 10 bis 15 Minuten mit geschlossener, leerer Decke.
Hier steckt ein häufiger Denkfehler. Stellst du den Timer bei einer kalten Decke auf 25 Minuten, bleiben dir bei einer Aufheizzeit von 12 Minuten etwa 13 Minuten auf Temperatur. Rechne deshalb mit zwei Blöcken: zuerst geschlossen auf den Wert vorheizen, den du nutzen willst, und den Timer erst danach auf deine Sessiondauer stellen. Wie die Bedienung das handhabt, steht in Fernbedienung und Funktionen einer Saunadecke erklärt.
Was 180 mal 80 Zentimeter praktisch bedeutet
Die Maße auf dem Etikett sind die aufgeklappte Fläche. Bei 180 mal 80 Zentimetern liegt jemand mit durchschnittlicher Größe bis zu den Schultern in der Decke, der Kopf bleibt frei. Die Breite bestimmt den Platz für deine Arme.
| Körpergröße | Was die Decke bedeckt | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Bis 170 cm | Füße bis Schultern, mit Platz übrig | Überlänge kannst du unter deinen Füßen umschlagen |
| 170 bis 185 cm | Füße bis Schultern, passend | Die Größe, für die dieses Format gemacht ist |
| Über 185 cm | Füße bis unter die Schultern | Mit leicht angewinkelten Knien liegen funktioniert besser als ausgestreckt |
Die Größe funktioniert nur, wenn die Decke flach liegt. Halb zusammengefaltet über einem Sessel schließt sie nicht und verliert Wärme an den Rändern, sodass du länger vorheizen musst. Mehr zur Wahl der Größe steht in wie groß eine Infrarotdecke sein sollte.
Von Watt auf dem Etikett zu Kilowattstunden auf deiner Rechnung
Die Wattzahl ist das einzige Feld auf dem Etikett, mit dem du etwas ausrechnen kannst. Die Tabelle nimmt die 500 Watt der Slimline 100 und der Comfort 150 als Grundlage. Die zweite Spalte rechnet mit 500 Watt durchgehend, also einer Obergrenze. Die dritte nimmt an, dass das Element nach dem Aufheizen sechzig Prozent der Zeit an ist, was näher an der Praxis liegt.
| Sessiondauer | Verbrauch bei 500 W durchgehend | Verbrauch bei 60 Prozent Einschaltdauer | Kosten bei einem angenommenen Tarif von 0,30 pro kWh |
|---|---|---|---|
| 20 Minuten | 0,167 kWh | 0,100 kWh | 0,03 bis 0,05 |
| 30 Minuten | 0,250 kWh | 0,150 kWh | 0,05 bis 0,08 |
| 40 Minuten | 0,333 kWh | 0,200 kWh | 0,06 bis 0,10 |
| 60 Minuten | 0,500 kWh | 0,300 kWh | 0,09 bis 0,15 |
Das sind Rechenbeispiele, keine Produktangaben. Der Tarif von 0,30 pro Kilowattstunde ist ausdrücklich eine Rechenannahme, setz deinen eigenen Tarif ein. Die Einschaltdauer von sechzig Prozent ist ebenfalls eine Annahme und hängt von deiner Raumtemperatur und dem eingestellten Wert ab. Die vollständige Methode steht in Stromverbrauch einer Infrarotdecke.
Die drei Luxyor Decken im Vergleich
Mit der Modellbezeichnung auf dem Etikett kannst du die übrigen Werte nachprüfen. Weicht etwas ab, liegt der Fehler in dem Text, in dem du es gelesen hast, nicht auf dem Etikett.
| Angabe | Slimline 100 | Comfort 150 | Deluxe 310 |
|---|---|---|---|
| Nennleistung | 500 W, Spitze 600 W | 500 W | 560 W |
| Temperaturbereich | 30 bis 80 °C | 30 bis 80 °C | 30 bis 80 °C |
| Einstellung | Grad einstellbar | Grad einstellbar | Sechs Stufen, Stufe 1 bis 6 |
| Timer | 0 bis 60 Minuten | 0 bis 60 Minuten | 1 bis 60 Minuten |
| Maße | 180 mal 80 cm | Nicht auf dem Etikett angegeben | Nicht auf dem Etikett angegeben |
| Aufheizzeit | 10 bis 15 Minuten | 10 bis 15 Minuten | 10 bis 15 Minuten |
| Verbrauch bei 30 Minuten | 0,250 kWh | 0,250 kWh | 0,280 kWh |
Die Verbrauchswerte in der letzten Zeile sind Rechenbeispiele mit voller Nennleistung über die ganze Session, keine Produktangaben. Die technischen Details pro Modell findest du in Slimline 100 technisch erklärt, Comfort 150 technisch erklärt und Deluxe 310 technisch erklärt. Die Entscheidungshilfe mit den nicht technischen Abwägungen steht in welches Modell zu dir passt.

- 500 W nominal mit einer Spitze von 600 W, 180 mal 80 cm, Bereich 30 bis 80 °C
- Timer von 0 bis 60 Minuten, Aufheizen in 10 bis 15 Minuten, Außenseite aus Oxford Stoff
- 60 Tage Rückgaberecht und 2 Jahre Garantie
Eine Angabe in sechs Schritten nachprüfen
Begegnet dir online eine Zahl, die du nicht einordnen kannst, hilft diese Reihenfolge. Sie kostet ein paar Minuten und fängt fast alle falschen Werte ab.
- Such das Etikett am Gerät selbstMeist an der Kabeldurchführung oder an der Innenseite des Rands eingenäht. Fotografier es, dann musst du später nicht wieder suchen.
- Lies zuerst die ModellbezeichnungOhne Modell bedeutet eine einzelne Wattzahl nichts. Slimline 100, Comfort 150 und Deluxe 310 haben jeweils ihre eigenen Werte.
- Vergleich die Wattzahl mit den drei bekannten Werten500 W mit einer Spitze von 600 W, 500 W oder 560 W. Steht da etwas anderes, etwa 550 W, ist die Quelle falsch.
- Prüf, ob ein Bereich als Bereich dargestellt wird30 bis 80 °C ist ein Einstellbereich. Wird die Obergrenze als Nutzungsempfehlung verkauft, ist der Text irreführend, auch wenn die Zahl stimmt.
- Trenn Zeiteinstellung und AufheizzeitEin Timer von 60 Minuten heißt nicht, dass eine Session 60 Minuten warm ist. Die 10 bis 15 Minuten Aufheizen kommen extra dazu.
- Frag bei allem, was nicht draufsteht, nach der QuelleWellenlängen, Tiefe in Millimetern oder Prozent Wirkungsgrad stehen auf keinem Deckenetikett. Wer sie nennt, sollte sagen können, woher sie kommen.
Zahlen, die auf kein Deckenetikett gehören
Drei Arten von Behauptungen kommen in diesem Bereich häufig vor, und keine davon ist ein Etikettwert.
- Eine Eindringtiefe in Zentimetern. Ferninfrarot wird fast vollständig in den obersten Zehntelmillimetern der Haut aufgenommen. Die Behauptung, Infrarot dringe 5 bis 7 Zentimeter tief ein, stimmt nicht. Der höchste begutachtete Wert liegt bei etwa 5,4 Millimetern und betrifft Nahinfrarot.
- Eine Wellenlänge in Nanometern. Die gehört zu Rotlichtgeräten, nicht zu einer Wärmedecke. Photobiomodulation arbeitet mit sichtbarem Rot und Nahinfrarot um 630 bis 850 Nanometer und ist per Definition nicht thermisch. Eine Decke gibt Wärme ab, kein Behandlungslicht, und eine Wärmelampe ist aus demselben Grund kein Rotlichtgerät.
- Eine Saunatemperatur. Die 80 °C auf dem Etikett sind die Obergrenze im Inneren der Decke. Eine finnische Sauna arbeitet mit 70 bis 100 °C in einem Raum, eine Infrarotkabine mit 45 bis 60 °C. Das sind nicht vergleichbare Zahlen.
Luxyor verkauft Wellnessprodukte. Für die drei Decken gelten 60 Tage Rückgaberecht und 2 Jahre Garantie, ausgeführt in Garantie und Rückgabe bei Luxyor.
Zum Schluss
Das Etikett an einer Infrarotdecke ist kurz und gerade deshalb brauchbar: eine Nennleistung, eventuell ein Spitzenwert, ein Spannungsbereich, ein Einstellbereich von 30 bis 80 °C, eine Zeiteinstellung bis 60 Minuten und bei manchen Modellen eine Größe. Das ist alles, und es reicht, um zu rechnen und eine Produktbehauptung zu prüfen.
Die praktische Umsetzung bleibt ebenfalls einfach. Mit geschlossener Decke 10 bis 15 Minuten vorheizen, eine Session von 20 bis 40 Minuten bei einem Wert zwischen 50 und 70 °C, direkt an einer Wandsteckdose angeschlossen. Begegnet dir eine Zahl, die dem Etikett widerspricht, etwa 550 Watt, dann ist nicht das Etikett das Problem.
Häufige Fragen
Wo sitzt das Typenschild an einer Infrarotdecke?
Meist eingenäht an der Kabeldurchführung oder an der Innenseite des Rands. Fotografiere das Etikett, dann musst du später nicht erneut suchen, wenn du eine Angabe nachprüfen willst.
Warum stehen zwei Wattzahlen auf dem Etikett?
Die Nennleistung ist der Wert, für den das Element im Dauerbetrieb ausgelegt ist. Die Spitzenleistung ist die kurzzeitige Obergrenze, vor allem in den ersten Minuten nach dem Einschalten. Für deinen Stromkreis zählt die Spitze, für deinen Verbrauch die Nennleistung.
Welche Wattzahlen gehören zu den Luxyor Decken?
Die Slimline 100 hat 500 Watt Nennleistung mit einer Spitze von 600 Watt, die Comfort 150 hat 500 Watt und die Deluxe 310 hat 560 Watt. Der Wert 550 Watt gehört zu keinem Modell und steht in keinem Dokument.
Bedeutet 30 bis 80 °C, dass du sie bei 80 °C nutzen musst?
Nein. Das ist der Einstellbereich der Regelung, keine Empfehlung. In der Praxis finden fast alle Sitzungen zwischen 50 und 70 °C statt, mit einer Sitzungsdauer von 20 bis 40 Minuten.
Ist die Aufheizzeit im Timer enthalten?
Nein. Die Aufheizzeit beträgt bei geschlossener Decke 10 bis 15 Minuten und steht nicht auf dem Etikett. Heiz zuerst geschlossen vor und stell den Timer erst danach auf deine Sitzungsdauer, sonst geht das Aufheizen von deiner Sitzung ab.
Wie viel Strom verbraucht eine Sitzung laut Etikett?
Bei durchgehend 500 Watt kommt eine Sitzung von 30 Minuten auf 0,250 kWh. Das ist eine Obergrenze: Nach dem Aufheizen schaltet das Element abwechselnd ein und aus, um die Temperatur zu halten, in der Praxis liegt es also niedriger.
Steht die Wellenlänge auf dem Etikett?
Nein, und das gehört da auch nicht hin. Wellenlängen in Nanometern gehören zu Rotlichtgeräten. Eine Infrarotdecke gibt Wärme im Ferninfrarot ab, kein Behandlungslicht. Wer für eine Decke eine Wellenlänge nennt, sollte die Quelle angeben können.
Welche Garantie gilt für die Luxyor Decken?
60 Tage Rückgaberecht und 2 Jahre Garantie, für alle drei Modelle.


