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Warum fühlt sich ein Rotlichtpanel kaum warm an?

MMarlo Schipper 13 Min. Lesezeit
Warum fühlt sich ein Rotlichtpanel kaum warm an?
Ein Rotlichtpanel gibt helles Licht und kaum Wärme ab: Genau so soll es sein.

Kurz gesagt

Ein Rotlichtpanel fühlt sich im Vergleich zu einer Infrarotlampe fast kalt an, und das verwirrt viele. Der Unterschied zwischen Licht und Wärme erklärt, mit Tabellen und einer Checkliste.

  • Warum Wärme kein Maß für Lichtstärke ist
  • Was du zwischen 480 und 940 nm siehst und was nicht
  • Decke, Lampe und Panel im Vergleich
  • In fünf Schritten prüfen, ob dein Panel funktioniert

Nein, das ist so gewollt: Ein Rotlichtpanel ist dafür gemacht, Licht abzugeben, nicht Wärme. Dass es sich kaum warm anfühlt, ist keine Störung und keine Enttäuschung, sondern Absicht. Ein Panel, das deutlich warm würde, täte gerade etwas, das im Design nicht vorgesehen ist.

Trotzdem ist das schwer zu glauben, wenn du gerade ein Panel ausgepackt und eingeschaltet hast. Gefühlt passiert nichts, höchstens etwas lauwarme Luft, wenn du die Hand direkt davor hältst. Vor allem wenn du eine Infrarotlampe kennst, die du innerhalb von dreißig Sekunden auf der Haut spürst, ist der Gedanke verständlich: Funktioniert das Ding überhaupt? Dieser Artikel erklärt, was Licht und Wärme voneinander trennt und wie du in sieben Schritten selbst prüfst, ob dein Panel funktioniert.

Licht und Wärme: zwei verschiedene Aufgaben

Beide Geräte leuchten rot, haben aber eine andere Aufgabe. Eine Wärmelampe wandelt so viel wie möglich ihrer Leistung in Wärmestrahlung um. Ein Panel wandelt so viel wie möglich seiner Leistung in Licht mit ein paar schmalen, vorher gewählten Wellenlängen um.

Deine Haut hat keinen Sinn, der rotes Licht mit 660 Nanometern als warm meldet, wohl aber für Strahlung, die viel weiter im Infrarot liegt. Wärme ist also kein Messinstrument dafür, wie viel Licht auf deine Haut fällt, sondern nur dafür, wie viel Wärme auf deine Haut fällt. Genau da liegt die Verwirrung. Dieselbe Verwirrung steckt auch in den Namen, denn ein Heizpaneel heißt genauso gut Infrarotpaneel. Den Unterschied erklärt Infrarotpaneel oder Rotlichtpanel.

Infrarotlampe (Wärmelampe) Rotlichtpanel
Zweck des Geräts Wärme auf eine gezielte Stelle Licht in gewählten Wellenlängen
Typische Leistung 275 W bei der Redlight 120 und 160 Verteilt auf Dutzende kleine LEDs
Was du spürst Deutliche Wärme innerhalb von 30 Sekunden So gut wie nichts, höchstens lauwarm auf 20 cm
Wie du den Abstand bestimmst Nach Gefühl, angenehm warm und nicht mehr Nach der Anleitung, nicht nach Gefühl
Typische Sitzungsdauer 10 bis 20 Minuten 5 bis 20 Minuten
Warnsignal deiner Haut Vorhanden und deutlich Kaum vorhanden

Schau vor allem auf die letzte Zeile. Bei einer Lampe ist deine Haut dein Messinstrument, bei einem Panel sind das die Uhr und der angegebene Abstand. Wer die beiden verwechselt, macht bei einem Panel zu lange weiter, weil kein Signal kommt, dass es genug ist. Mehr dazu steht im Ratgeber zu Abstand und Nutzungsdauer bei einer Infrarotlampe.

Photobiomodulation ist per Definition nicht thermisch

Der Fachbegriff für das, was ein Rotlichtpanel tut, ist Photobiomodulation, und in diesem Begriff steckt der Grund, warum Wärme nicht dazugehört. Photobiomodulation ist in der Literatur als nicht thermischer Prozess definiert: Die Wirkung wird der Aufnahme von Licht einer bestimmten Wellenlänge zugeschrieben, nicht einem Temperaturanstieg im Gewebe.

Das ist mehr als eine Frage der Definition. Es bedeutet, dass eine Wärmelampe, so angenehm sie ist, keine Rotlichttherapie ist. Sobald Wärme der wirksame Teil ist, fällst du aus dem heraus, was Photobiomodulation heißt. Zwei Geräte, die beide rot leuchten, können also in verschiedene Kategorien fallen.

Sagt jemand, dass ein Gerät erst wirkt, wenn du es spürst, stimmt das für eine Wärmelampe und nicht für ein Panel. Wie viel Licht auf deine Haut fällt, hängt von der Strahlungsintensität und vom Abstand ab, nicht von deinem Hautgefühl. Darauf geht der Artikel über die Strahlungsintensität eines Rotlichtpanels ein.

Warum sich eine Infrarotlampe sehr wohl warm anfühlt

Eine Infrarotlampe mit Glühfaden gibt ein breites Strahlungsspektrum ab, mit dem Schwerpunkt in dem Bereich, den deine Haut als Wärme wahrnimmt. Die Redlight 120 und die Redlight 160 arbeiten mit einer Wärmelampe mit 275 W. Diese Leistung kommt größtenteils als Wärmestrahlung heraus, und das merkst du sofort.

Ein Panel verteilt seine Leistung auf Dutzende einzelne LEDs, die jeweils ein schmales Band aussenden. Kein glühender Faden, kein breites Strahlungsspektrum, und der Schwerpunkt liegt bewusst im Rot und im Nahinfrarot.

Die lauwarme Luft, die du direkt vor einem Panel trotzdem spürst, kommt nicht vom Licht, sondern vom Panel selbst. LEDs wandeln nur einen Teil ihres Stroms in Licht um, der Rest wird Wärme im Gehäuse, und die geht über Kühlrippen oder einen Lüfter nach draußen.

Welche Lampenarten es für zu Hause gibt und wie viel Wärme sie abgeben, steht nebeneinander in der Übersicht über Arten von Infrarotlampen und Wärme zu Hause.

Nahinfrarot, das du weder spürst noch siehst

Licht wird in Nanometern angegeben, abgekürzt nm: die Wellenlänge. Dein Auge sieht grob 380 bis 750 nm, alles darüber ist zwar da, aber du siehst es nicht. Und Sehen und Spüren sind noch einmal zwei getrennte Dinge.

Die Lumi 110 und die Lumi 700 arbeiten beide mit sieben Wellenlängen: 480 nm Blau, 630 und 660 nm Rot und 810 bis 940 nm Nahinfrarot. Die Tabelle unten stellt diese Bänder der breiten Wärmestrahlung einer Wärmelampe mit 275 W gegenüber.

Wellenlänge Steckt in Siehst du es Spürt deine Haut es als Wärme
480 nm Blau Lumi 110 und Lumi 700 Ja, kräftig blau Nein
630 nm Rot Lumi 110 und Lumi 700 Ja, kräftig rot Nein
660 nm Rot Lumi 110 und Lumi 700 Ja, kräftig rot Nein
810 nm Nahinfrarot Lumi 110 und Lumi 700 Schwaches Glimmen Nein
850 nm Nahinfrarot Lumi 110, Lumi 700, RedLight Maske Nein Nein
940 nm Nahinfrarot Lumi 110 und Lumi 700 Nein Nein
Breites Spektrum, Schwerpunkt im Ferninfrarot Wärmelampe 275 W, Redlight 120 und 160 Schwaches orangerotes Glimmen Ja, innerhalb von 30 Sekunden

Alle sieben Bänder der Lumi fallen in die Zeilen, in denen die letzte Spalte Nein sagt. Deshalb kann ein Panel blendend hell sein und sich trotzdem kühl anfühlen, während eine Wärmelampe schwach glimmt und sofort warm ist. Was diese sieben Bänder bedeuten, steht im Artikel über die Wellenlängen in einem Rotlichtpanel. Den Unterschied zwischen Nahinfrarot und Ferninfrarot erklärt Ferninfrarot oder Nahinfrarot.

Gut zu wissen

Halte deine Handykamera vor ein eingeschaltetes Panel. Kamerasensoren sehen Nahinfrarot. Auf deinem Bildschirm erscheint dann ein lilafarbenes Leuchten, das du mit bloßem Auge nicht siehst. Praktisch, um festzustellen, dass auch die unsichtbaren LEDs wirklich leuchten.

Wie tief kommt es eigentlich, und welche Behauptung stimmt nicht

Ferninfrarot, die Strahlung, die du als Wärme spürst, wird fast vollständig in den obersten Zehntelmillimetern deiner Haut aufgenommen. Die höchste in begutachteter Forschung berichtete Eindringtiefe liegt bei 5,4 mm. Die oft gehörte Behauptung, Infrarot dringe 5 bis 7 cm in den Körper ein, stimmt also nicht: Diese Zahl ist nirgends belegt und liegt etwa zehnmal über dem höchsten gemessenen Wert.

Achtung: Die Zahl 550 W taucht in Produktübersichten von Saunadecken regelmäßig auf, sie stimmt aber nicht und gehört zu keiner einzigen Luxyor Decke. Die richtigen Werte sind 500 W nominal mit einer Spitze von 600 W für die Slimline 100, 500 W für die Comfort 150 und 560 W für die Deluxe 310.

Welche Luxyor Geräte Licht abgeben und welche Wärme

Das Sortiment zerfällt in zwei Gruppen. Das ist der schnellste Weg, um zu wissen, was du von einem Gerät erwarten kannst, bevor du es einschaltest.

Gerät Gruppe Leistung oder Maße Was du spürst
Lumi 110 Licht 31 x 22 x 6 cm, 2,5 kg Helles Licht, keine nennenswerte Wärme
Lumi 700 Licht 91 x 30 x 6 cm, 8,5 kg Helles Licht, keine nennenswerte Wärme
RedLight Maske Licht Rot 630, Grün 520, Blau 460, Nahinfrarot 850 nm Helles Licht, keine nennenswerte Wärme
Redlight 120 Wärme Wärmelampe 275 W Deutliche Wärme auf eine gezielte Stelle
Redlight 160 Wärme Wärmelampe 275 W Deutliche Wärme auf eine gezielte Stelle
Slimline 100 Saunadecke Wärme 500 W nominal, Spitze 600 W, 180 x 80 cm, ca. 4 kg Wärme rund um den ganzen Körper
Comfort 150 Saunadecke Wärme 500 W nominal, ca. 4,5 kg Wärme rund um den ganzen Körper
Deluxe 310 Saunadecke Wärme 560 W, Stufe 1 bis 6, ca. 8 kg Wärme rund um den ganzen Körper

Die drei oberen Zeilen liefern Licht und fühlen sich kühl an, die fünf unteren liefern Wärme. Kein Gerät kann beides gleich gut. Die vollständige Übersicht findest du bei den Rotlichtpanels und bei den Infrarot Saunadecken.

Temperaturen im Vergleich

Noch konkreter wird es bei den Temperaturbereichen. Hier fällt das Panel buchstäblich aus der Tabelle.

Art der Wärme Üblicher Bereich Aufheizzeit Übliche Sitzungsdauer
Saunadecke in Betrieb 50 bis 70 °C 10 bis 15 Minuten 20 bis 40 Minuten
Einstellbereich der Luxyor Saunadecken 30 bis 80 °C Slimline 100 ca. 1 Minute Timer 0 bis 60 min
Infrarotkabine 45 bis 60 °C 10 bis 20 Minuten 20 bis 40 Minuten
Finnische Sauna 70 bis 100 °C 30 bis 60 Minuten 8 bis 15 Minuten pro Gang
Rotlichtpanel Keine Wärmeabgabe, kein Einstellbereich Sofort mit voller Stärke 5 bis 20 Minuten

Ein Panel hat keinen Temperaturregler, weil es keine Temperatur zu regeln gibt. Was du sehr wohl regelst: den Abstand, die Dauer und welche Wellenlängen eingeschaltet sind.

Wärme ist kein Maß für Licht. Ein Panel, das sich kühl anfühlt, tut genau das, wofür es gemacht ist.

So prüfst du in sieben Schritten, ob dein Panel funktioniert

Bevor du ein Panel zurückschickst, weil es nicht warm wird, geh diese Liste durch. Meistens ist alles in Ordnung.

  1. Beurteile die Helligkeit in einem dunklen RaumSchalte das Panel bei geschlossenen Vorhängen ein. Das sichtbare Rot sollte kräftig sein, kein schwacher Schimmer. Schau nicht direkt hinein, sondern beurteile den Schein auf der Wand daneben.
  2. Mach den Kameratest für NahinfrarotRichte deine Handykamera auf das eingeschaltete Panel. Siehst du zusätzliche Lichtpunkte oder ein lilafarbenes Leuchten, das du mit bloßem Auge nicht siehst, dann leuchten auch die LEDs mit 810 bis 940 nm. Das ist der wichtigste Test, denn gerade diese LEDs sind unsichtbar.
  3. Stell den Timer auf 10 MinutenSchau, ob er sauber herunterzählt und am Ende abschaltet. Ein Panel, das den Timer korrekt durchläuft und ohne Aussetzer leuchtet, funktioniert elektrisch ganz normal.
  4. Fühl nach 10 Minuten an der RückseiteDas Gehäuse oder die Kühlrippen dürfen lauwarm bis deutlich warm werden: Das ist Restwärme der LEDs. Bleibt die Rückseite nach 10 Minuten völlig kalt, während das Licht leuchtet, melde dich bei uns.
  5. Hör hin, ob der Lüfter läuftEin leiser Lüfter ist eine gute Nachricht und kein Defekt. LEDs erzeugen Wärme im Gehäuse, und die muss weg. Ein Lüfter, der nicht anspringt, während die Rückseite ordentlich warm wird, ist dagegen etwas, das du melden solltest. Welches Geräusch bei welchem Gerät normal ist, steht in Geräusche bei einer Infrarotdecke oder einem Rotlichtpanel.
  6. Mach den Test mit einem Schritt zurückSpürst du auf 20 cm etwas Lauwarmes und ist das weg, wenn du einen halben Meter zurückgehst, dann hast du die erwärmte Luft gespürt und nicht die Strahlung. Das ist normal.
  7. Vergleich es nicht mit deiner Saunadecke oder deiner LampeEine Saunadecke arbeitet im Betrieb zwischen 50 und 70 °C, und eine Wärmelampe mit 275 W macht dich warm. Ein Panel nicht. Dieser Vergleich führt immer zu Enttäuschung.

Was du nach 1, 5 und 10 Minuten erwarten kannst

Hier steht, was ein normal funktionierendes Panel zu drei Zeitpunkten spüren lässt und was nicht.

Zeitpunkt Das solltest du merken Das solltest du nicht merken
Nach 1 Minute Kräftiges rotes Licht mit voller Stärke, Timer zählt herunter Keine Wärme auf der Haut, keine Aufheizzeit nötig
Nach 5 Minuten Rückseite wird handwarm, Lüfter läuft leise Kein warmes Gefühl auf der bestrahlten Haut
Nach 10 Minuten Rückseite lauwarm bis deutlich warm, Timer schaltet ab Keine Rötung durch Hitze, kein stechendes oder brennendes Gefühl
In 20 cm Abstand Eventuell etwas lauwarme Luft vom Gehäuse Keine Strahlungswärme, die bleibt
In 60 cm Abstand Licht noch deutlich auf deiner Haut sichtbar Überhaupt kein Wärmegefühl
Luxyor Lumi 110 Rotlichtpanel
Luxyor Lumi 110
  • 31 x 22 x 6 cm und 2,5 kg, also leicht umzustellen
  • Sieben Wellenlängen von 480 bis 940 nm, einstellbar über Touchscreen
  • Eingebauter Timer, denn bei einem Panel ist die Uhr dein Maß
  • 60 Tage Rückgaberecht und 2 Jahre Garantie
Zur Lumi 110

Warum dein Gefühl kein Maß für die Dosis ist

Bei einer Wärmelampe regelst du dich selbst: Wird es zu heiß, gehst du zurück. Bei einem Panel gibt es diese Rückmeldung nicht. Du bekommst kein einziges Signal, dass du im richtigen Abstand sitzt oder zu lange sitzt.

Die Dosis wird von drei Dingen bestimmt, die du alle drei nicht spürst: der Strahlungsintensität, dem Abstand zu deiner Haut und der Zeit. Verdoppelst du den Abstand, fällt die Intensität stark ab, ohne dass du etwas merkst. Verdoppelst du die Zeit, verdoppelt sich die Dosis, und auch davon merkst du nichts. Wie du diese drei umrechnest, steht in der Erklärung zur Dosierung in Joule pro Quadratzentimeter, und wie lange eine Sitzung in der Praxis dauert, steht in wie lange du Rotlichttherapie pro Sitzung nutzt.

Dieses fehlende Gefühl betrifft auch deine Augen. Bei grellem weißem Licht kneifst du von selbst die Augen zusammen, bei Rot und vor allem bei Nahinfrarot ist dieser Reflex schwach oder fehlt. Schau deshalb nie direkt in die LEDs, auch nicht, um zu prüfen, ob sie leuchten. Nimm dafür deine Kamera. Welcher Schutz nötig ist, steht im Artikel über Rotlichttherapie und Augenschutz.

Der ehrliche Nachteil: Keine Wärme ist wirklich ein Verlust

Bis hierhin klang es so, als wäre die fehlende Wärme nur ein Missverständnis, das du ausräumst. Das ist sie nicht. Für einen Teil der Menschen ist sie ein echter Nachteil, und es wäre nicht fair, das wegzuschreiben.

Erstens: Wer Wärme sucht, bekommt sie von einem Panel nicht. Suchst du das Gefühl, durchzuwärmen, eine halbe Stunde unter einer warmen Decke zu liegen, dann ist eine Saunadecke oder eine Wärmelampe einfach das bessere Gerät. Das ist kein Trostpreis.

Zweitens: Ein Panel fühlt sich weniger direkt befriedigend an. Eine Saunadecke mit 50 bis 70 °C liefert innerhalb von zehn Minuten ein spürbares Erlebnis, eine Wärmelampe mit 275 W innerhalb von dreißig Sekunden. Ein Panel liefert zwanzig Minuten Stillsitzen, bei denen gefühlt nichts passiert. Das verlangt mehr Disziplin, und es ist der wichtigste Grund, warum Panels in der Schublade landen und Decken nicht.

Drittens, und das wiegt am schwersten: Ohne Wärmegefühl hast du kein einziges natürliches Signal, nach dem du Abstand oder Dauer richten kannst. Bei jedem Wärmegerät ist deine Haut eine eingebaute Begrenzung. Bei einem Panel fehlt sie, also muss alles von außen kommen: der angegebene Abstand, ein Timer und die Disziplin, dich daran zu halten. Das ist eine echte Hürde im Alltag. Wer Wärme und Licht will, kauft in der Praxis zwei Geräte.

Achtung: Hast du gesundheitliche Beschwerden, bist du schwanger oder nimmst du Medikamente, die deine Haut lichtempfindlich machen? Sprich dann vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Schau nie direkt in die LEDs.

Missverständnisse, die wir am häufigsten hören

  • Es wird nicht warm, also ist es kaputt. Fast nie. Geh zuerst die sieben Schritte oben durch. Der Kameratest ist der schnellste.
  • Je wärmer, desto stärker. Wärme und Lichtstärke haben nichts miteinander zu tun. Ein helles Panel kann kühl sein und eine schwach glimmende Lampe glühend heiß.
  • Eine Wärmelampe ist auch Rotlichttherapie. Nein. Photobiomodulation ist per Definition nicht thermisch.
  • Ein Panel wirkt wie eine Art Solarium. Nein, Bräunung kommt von UV, und das steckt nicht in einem Panel. Welche Geräte UV abgeben und welche nicht, steht in Infrarot Solarium oder Rotlichtpanel.
  • Ich spüre nichts, also kann ich hineinschauen, näher rangehen oder länger weitermachen. Gerade nicht. Dein Auge warnt dich bei diesen Wellenlängen schlecht, und länger oder näher ist nie automatisch besser.
  • Infrarot dringt 5 bis 7 cm in den Körper ein. Diese Behauptung stimmt nicht. Der höchste begutachtete Wert liegt bei 5,4 mm, und Ferninfrarot kommt bis in die obersten Zehntelmillimeter.

Zum Schluss

Ein Rotlichtpanel fühlt sich kaum warm an, weil es nicht dafür gemacht ist. Die sieben Wellenlängen der Lumi 110 und der Lumi 700 liegen zwischen 480 und 940 nm, genau in dem Bereich, in dem deine Haut nichts als Wärme wahrnimmt. Die lauwarme Luft, die du aus kurzer Entfernung trotzdem spürst, kommt vom Gehäuse.

Praktisch bedeutet das drei Dinge. Nimm nicht dein Gefühl als Maß, sondern die Uhr und den angegebenen Abstand. Prüf im Zweifel mit deiner Kamera, ob die unsichtbaren LEDs leuchten und ob die Rückseite nach 10 Minuten lauwarm wird. Und vergleich ein Panel nicht mit einer Saunadecke mit 500 oder 560 W oder einer Wärmelampe mit 275 W.

Suchst du gerade dieses warme Gefühl, ist das ein guter Grund, dich für eine Lampe oder eine Decke zu entscheiden. Die Infrarotlampe Redlight 120 mit 275 W ist dafür das direkte Beispiel. Weicht die Anleitung deines Geräts von den Richtwerten oben ab, folge der Anleitung.

Häufige Fragen

Ist mein Rotlichtpanel kaputt, wenn es nicht warm wird?

So gut wie nie. Ein Panel ist dafür gemacht, Licht zu geben, nicht Wärme. Prüf, ob das rote Licht hell ist, ob der Timer sauber abläuft und ob die Rückseite nach 10 Minuten lauwarm wird. Bleibt alles kalt, obwohl das Licht brennt, melde dich bei uns.

Warum spüre ich dann trotzdem etwas Lauwarmes direkt vor dem Panel?

Das ist das Gehäuse, nicht das Licht. LEDs wandeln nur einen Teil des Stroms in Licht um, der Rest wird Wärme im Panel. Diese Wärme geht über Kühlrippen oder einen Lüfter nach draußen und erwärmt die Luft davor um ein paar Grad. Gehst du einen halben Meter zurück, ist das Gefühl weg.

Wie sehe ich, ob die unsichtbaren LEDs leuchten?

Richte deine Handykamera auf das Panel, während es an ist. Kamerasensoren sehen Nahinfrarot, also erscheint auf deinem Bildschirm ein lilafarbenes Leuchten an Stellen, an denen du mit bloßem Auge nichts siehst. Das ist die schnellste Kontrolle für die LEDs mit 810 bis 940 nm.

Warum fühlt sich eine Infrarotlampe sofort warm an?

Eine Wärmelampe gibt ein breites Strahlungsspektrum mit Schwerpunkt im Ferninfrarot ab, und diesen Bereich nimmt deine Haut deutlich als Wärme wahr. Die Redlight 120 und 160 arbeiten mit einer Wärmelampe mit 275 W. Ein Panel arbeitet zwischen 480 und 940 nm, wo deine Haut keine Wärme bemerkt.

Ist eine Infrarotlampe dasselbe wie Rotlichttherapie?

Nein. Photobiomodulation ist per Definition ein nicht thermischer Prozess: Die Wirkung wird der Aufnahme von Licht einer bestimmten Wellenlänge zugeschrieben, nicht einem Temperaturanstieg. Eine Wärmelampe arbeitet gerade über Wärme und fällt damit in eine andere Gerätekategorie.

Kann ich näher ran, weil ich sowieso nichts spüre?

Lieber nicht. Gerade weil du kein Warnsignal bekommst, ist dein Gefühl bei einem Panel kein brauchbares Maß. Halte Abstand und Sitzungsdauer laut Hersteller ein und nutze den Timer. Schau auch nie direkt in die LEDs, auch nicht, um zu prüfen, ob sie leuchten.

Wie tief dringt Infrarot eigentlich in den Körper ein?

Ferninfrarot wird fast vollständig in den obersten Zehntelmillimetern deiner Haut aufgenommen. Die höchste in begutachteter Forschung berichtete Eindringtiefe liegt bei 5,4 mm. Die oft gehörte Behauptung, Infrarot dringe 5 bis 7 cm in den Körper ein, stimmt nicht und ist nirgends belegt.

Ist die fehlende Wärme ein Nachteil eines Rotlichtpanels?

Ja, für alle, die Wärme suchen, ist das ein echter Nachteil. Ein Panel fühlt sich weniger direkt befriedigend an als eine Saunadecke mit 50 bis 70 °C oder eine Wärmelampe mit 275 W. Außerdem hast du ohne Wärmegefühl kein natürliches Signal für Abstand oder Dauer, also musst du dich auf den Timer und den angegebenen Abstand verlassen.

M
Marlo Schipper

Gründer von Luxyor. Schreibt über Infrarot, Rotlicht und Ruhe aus der täglichen Erfahrung mit Kunden und Produkten.

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